Kennt ihr diese Computer-Wimmelspiele?

In diesen gibt es oft ein Rätsel. Und um weiter zu kommen, muss man verschiedene kleinere Rätsel lösen, insbesondere das Suchen von Gegenständen in einem „Wimmelbild“.
Ich hatte als Kind wolkige Sonntage des Öfteren damit verbracht, diese Rätsel zu lösen und ein Wimmelspiel an einen Tag durchzuzocken.

An einem ebenfalls wolkigen Sonntag, hörten meine Schwester und ich von einem außergewöhnlichen Theaterstück, an dem man versuchte genau so einem Computerspiel nach zu spielen.

Begeistert von der Idee und neugierig wie die Darsteller dies wohl umsetzen, saßen wir kurz darauf in einem kleinen Saal in einem gemütlichen Dorf. Zusammen mit den anderen Zuschauern warteten wir gespannt auf den Beginn der Aufführung.

Junge Schauspieler, zwischen 12 und 16 Jahre alt, begleiteten uns von Rätsel zu Rätsel in einem grusligen Weisenheim.

Dieses führte Experimente an Kindern durch, um diese „perfekt“ zu machen. Diese „perfekten“ Kinder sollten dann an reiche, einsame Ehepaare verkauft werden.

Aufgrund der neusten Ereignisse – dem Tod eines entlaufenden Heimjungen – wurde die örtliche Polizei hellhörig. Eine verdeckte Ermittlerin wird als Hausmädchen eingeschleust um der Geschichte auf den Grund zu gehen.

Da dies ein interaktives Stück war, lebte die Aufführung von der Mitwirkung des Publikums. Die Zuschauer mussten wie angekündigt Bilderrätsel aufdecken und sich Schlüsselwörter einprägen, um in dem „Spiel“ weiter zu kommen.

Mit viel Freude bewältigten wir gemeinsam Aufgabe für Aufgabe um schließlich zum Finale zu gelangen.

 

Natürlich nahm die Therapie der Kinder, deren Bestandteile aus starken Medikamenten und fragwürdiger Stromtherapie bestand, ein grausames Ende.

 

Das “ Hausmädchen“ hatte genügend Beweise gesammelt, um den Machenschaften den Gar aus zu machen und rief ungehend den leitenden Officer an.

Kurze Zeit später stürmten sie zu Zweit schwer bewaffnet das Kinderheim und dramatische Ereignisse nahmen ihren Lauf.
Flucht war für die Angestellten und dessen Heimleitung unmöglich. Aus Verzweiflung bedrohten die Erzieherinnen die unschuldigen Kinder mit Messern.
Aber was will man ausrichten gegen schwer bewaffnete Polizisten?

Als auch die Leiterin des Heimes ihre aussichtslose Lage erkannte, sah sie nur noch einen Ausweg: Sie griff sich das Messer und erstach sich in ihrer unendlichen Verzweiflung.
Nachdem der Schock verarbeitet war, bekam jeder seine gerechte Strafe.

Die völlig verstörten Kinder waren zum Teil auf lebenslange Therapie angewiesen. Nur eine von Ihnen, ein Mädchen welches erst seit einiger Zeit im Heim verweilte, hatte annähernd die Chance auf ein halbwegs normales Leben.

Lange noch schallte der Applaus der Zuschauer durch den Saal, denn die Darstellung hatte alle mitgerissen und endlos begeistert!

Wieder zuhause, redeten wir noch lange über das Stück. Natürlich durfte eine Tasse Tee und etwas zu Essen nicht fehlen 😉

Antonia und ich waren noch immer in der Geschichte und der Idee hinter dem Stück gefangen. Und wir beschlossen euch über diesen wundervollen Tag zu berichten. Vielleicht ist es ja eine Anregung für den ein oder anderen, auch mal wieder das Theater zu besuchen und die reale Welt, einen Augenblick beiseite zu schieben…